Liste der Ermordeten


Folgende Informationen sind von Eva Maria Trebitsch verfügbar:

geboren am 08.06.1904 in Wien
letzte bekannte Wohnadresse
andere Wohnadresse(n)
Deportation von Wien nach Auschwitz am 01.09.1944
gestorben - Todesdatum unbekannt -
Die Recherche wurde von Eva, 14 Jahre, RG Lambach, übernommen.

Die Lebensgeschichte und wie die Recherche verlaufen ist:

Eva Maria Trebitsch wurde am 8.Juni 1904 in Wien geboren. Ihre letzte Wohnadresse war Wien 9, Währinger Straße 24/31. Sie wurde am 1.September 1944 nach Auschwitz deportiert. Ihre Transportnummer war 474/216 und ihr Opfer-ID: 35925.

Nun etwas über das Konzentrationslager Auschwitz:
Auschwitz war mit einer Fläche von 191 ha das größte nationalsozialistische errichtete Konzentrationslager. Es bestand aus 3 Einzellagern: Das Stammlager 1, Auschwitz Birkenau und Auschwitz Monowitz. Auschwitz Birkenau wurde von Anfang an nur als Vernichtungslager benutzt.
Die Personen die ins Lager aufgenommen wurden hatten erst noch eine menschenunwürdige Prozedur vor sich. Die Häftlinge wurden in die Badeanstalten gebracht, wo sie sich vollständig entkleiden mussten. Alles was sie besaßen mussten sie abgeben. Den Gefangenen wurden sämtliche Haare vom Körper rasiert. Anschließend folgte eine kurze eiskalte oder brühheiße Dusche. Danach bekamen die Häftlinge bestimmte Lagerkleidung. Nun folgte die Registrierung der Häftlinge, sie bekamen eine fortlaufende Lagernummer eintätowiert. Durch die schreckliche Prozedur am Anfang lag die Sterblichkeitsrate in den ersten 3 Monaten besonders hoch. In Auschwitz hatte alles seine strenge Ordnung und Überwachung.

Hier ein Beispiel wie ein Tagesablauf ausgesehen hat: Um 4.00 wurden die Häftlinge durch eine Trillerpfeife geweckt, danach mussten sie die Betten nach militärischer Art machen. Anschließend sollte man sich noch waschen. Allerdings standen für Tausende von Häftlingen nur wenige sanitäre Einrichtungen zur Verfügung. Anschließend wurde das Frühstück zu sich genommen. Danach ging es zum Morgenappell. Dort mussten sie in Zehnerreihen antreten, die Dauer des Appells war sehr unterschiedlich, je nachdem wie schnell sie anwesend waren. Schließlich mussten sie zur Arbeit gehen, die in der Regel 11 Stunden mit einer halben Stunde Pause dauerte. Um 21 Uhr ging es zur Nachtruhe. Wer dann noch die Baracken verließ, wurde oft einfach getötet.

Auch gab es in Auschwitz verschiedene Vernichtungsmethoden:
Gaskammer: In den Gaskammern wurde das Blausäurepräparat Zyklon B eingesetzt. Dieses führt innerhalb kürzester Zeit zum Erstickungstod. Im September 1942 wurden die ersten Vergasungsversuche unternommen, welche in Arrestzellen stattfanden. Danach nutzte man die Leichenhalle beim Krematorium 1 als Gaskammer. 1942 wurden 2 Bauernhäuser in einem Waldstück bei Birkenau zu Gaskammern umgebaut. Im März 1943 wurde die 4.größte Todesfabrik in Betrieb genommen, da die anderen Gaskammern nicht ausreichten. Täglich wurden ca. 8000 Menschen in den Gaskammern getötet und verbrannt. Die Asche diente als Dünger.
Giftspritze: Die Einweisung in den Häflingskrankenbau war sehr gefürchtet, da die Häftlinge schon bei leichtem Krankheitszustand mit dem Abspritzen rechnen mussten. Die Opfer waren sofort tot. Die Häftlinge wurden einzeln aufgerufen, sie mussten sich auf einen Stuhl setzen. Dort wurden sie von zwei Helfern an den Händen festgehalten, der Dritte verband ihnen die Augen dann wurden dem Häftling die Spritze ins Herz gestochen. Es starben täglich 30-60 Menschen.

Erschießung: In Auschwitz 1 gab es eine schwarze Wand zwischen Block 10 und 11. Vor dieser Wand war Sand gestreut, der das Blut der nackten Häftlinge aufsaugte. Die Leichen wurden dann mit LKWs ins Krematorium gebracht. Aber nicht nur an dieser Wand fanden Erschießungen statt. Wenn SS-Männer fanden, dass zu langsam gearbeitet wurde oder man ihn aufsässig ansah, oder ihnen langweilig war, konnten sie die Häftlinge erschießen. Offiziell wurde sie aber nur bei Fluchtversuchen erschossen.

Medizinische Versuche:
An Häftlingen wurden Massensterilisationen durchgeführt, zur Erhaltung der deutschen Rasse. Zwillinge und Behinderte wurden zur Erforschung benutzt, hier war das Ziel die Fortpflanzungsfähigkeit der deutschen Bevölkerung zu steigern. Weiters wurden neue, oft schädliche Arzneimittel an Häftlingen getestet.

Galgen: Hinrichtungen fanden vor den versammelten Häftlingen statt, oft war ein Fluchtversuch für die Hinrichtung am Galgen ein Grund. Doch die Hingerichteten starben nicht an Genickbruch, sondern am langwierigen Erstickungstod. Die Meisten kämpften 10 Minuten mit dem Tod.

Evakuierung von Auschwitz:
Am 7.Oktober 1944 wurde das Krematorium IV bei einem Aufstand gesprengt, dieser Aufstand wurde jedoch von der SS brutal niedergeschlagen. Alle wurden erschossen.
Am 17.Jänner 1945 begann die Endphase der Evakuierung. Die SS schickte 56.000 Häftlinge auf Todesmärsche nach Westen, um die Befreiung durch die Rote Armee zu verhindern. Bei diesen Märschen starben 9.000 bis 15.000 Menschen. Am 26.Jänner wurde das letzte Krematorium gesprengt. Als die sowjetische Armee am 27.Jänner 1945 Auschwitz befreite, befanden sich noch ca. 7.500 kranke und erschöpfte Häftlinge im KZ.

Der Brief an den/die Ermordete/n :

Liebe Eva Maria Trebitsch!

Wir beschäftigen uns jetzt im Geschichteunterricht über Juden und Konzentrationslager. Ich finde das sehr interessant. Darum besuchten wir auch das KZ Mauthausen, das nur ein Arbeitslager war. Es hat mich sehr betroffen und es kann sich jetzt niemand mehr so etwas vorstellen. Für dich waren die Chancen zu überleben noch schwieriger im KZ Auschwitz, da es das größte war. Ich hoffe, dass so etwas nie wieder passiert. Wenn ich die Zeit rückgängig machen könnte, würde ich das tun und mich dagegen auflehnen, doch das hat niemand bis jetzt geschafft. Ich hoffe, dass die Menschen aus den Fehlern die sie begehen lernen und dass so etwas nie wieder passiert. Mich würde es interessieren, wie du in das Konzentrationslager gebracht wurdest, ob du Kinder hattest und warum du erst so spät nach Auschwitz gebracht wurdest. Wahrscheinlich guckst du mir jetzt vom Himmel zu.



In Liebe E V A

Der Brief an die Zukunft (stieg am 5. Mai 2003 an einem Luftballon gebunden in den Himmel):

Liebe Eva Maria Trebitsch!

Wir beschäftigen uns jetzt im Geschichteunterricht über Juden und Konzentrationslager. Ich finde das sehr interessant. Darum besuchten wir auch das KZ Mauthausen, das nur ein Arbeitslager war. Es hat mich sehr betroffen und es kann sich jetzt niemand mehr so etwas vorstellen. Für dich waren die Chancen zu überleben noch schwieriger im KZ Auschwitz, da es das größte war. Ich hoffe, dass so etwas nie wieder passiert. Wenn ich die Zeit rückgängig machen könnte, würde ich das tun und mich dagegen auflehnen, doch das hat niemand bis jetzt geschafft. Ich hoffe, dass die Menschen aus den Fehlern die sie begehen lernen und dass so etwas nie wieder passiert. Mich würde es interessieren, wie du in das Konzentrationslager gebracht wurdest, ob du Kinder hattest und warum du erst so spät nach Auschwitz gebracht wurdest. Wahrscheinlich guckst du mir jetzt vom Himmel zu.



In Liebe E V A

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